Der regelmäßig stattfindende Austausch innerhalb der „International Research Training Group“ (kurz IRTG) fand dieses Jahr in Busan (Südkorea) statt. Und alle Mitglieder waren geladen. Professoren und Doktoranden der beteiligten Universitäten kamen zusammen um den gemeinsamen Fortschritt zu besprechen und natürlich zu präsentieren. Und mittendrin ich. Eigentlich hatte ich dort nichts zu suchen. Weder bin ich IRTG Mitglied, noch ein berühmter anerkannter Professor, den es einzuladen galt. Und doch durfte ich dabei sein. Denn Professor Char, dessen Labor ich im Rahmen meines Auslandaufenthalts besuchen darf, gab mir die Möglichkeit, mein erstes internationales Meeting kennenzulernen. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Denn es war großartig und eine Erfahrung, die ich in naher Zukunft sicher öfter erleben werde, dann aber als aktives Mitglied.
Busan ist eine großartige Stadt, zumindest das was ich von Busan kennenlernen durfte und dieser Bereich ist sicherlich nicht sonderlich repräsentativ, da es sich um die Haeundae Beach handelte, den beliebtesten und „teuersten“ Strand, wohlmöglich in ganz Korea.
Sofort ist der Fischerei Charakter zu erkennen, da überall kleine und große Sashimi Restaurants auszumachen sind, in denen wir mehrmals ausgiebig und köstlich gespeist haben. Sicherlich sind uns Europäern die kulinarischen Aromen und Mannigfaltigkeiten deren Ursprung im Meer zu finden sind, eher unbekannt, aber anscheinend kann man alles Essen, was das Meer zu bieten hat. Und selbst giftigen Fischen wir in Asien kein Pardon gewährt. An dieser Stelle sei einfach auf Fugo verwiesen.
Da ich beim Essen neben einem Koreaner saß, durfte ich die Köstlichkeiten mit ihm zusammen probieren. Leider kann ich mich nicht mehr an die Namen der Gerichte erinnern, aber dazu zählte eine Art Wurm, der auch noch lebte. Als ich meine Chopsticks ansetzte, um das längliche Etwas zu fassen, schien der Wurm zu spüren, dass es ihm an den Kragen gehen würde und artikulierte seinen nachvollziehbaren Unmut stumm, durch leichte rhythmische Bewegungen.
Ab diesem Moment konnte ich leider keine gesunde Objektivität mehr walten lassen. Wie der Wurm da vor meinem Mund so zappelte, habe ich mir ganz subjektive Gedanken bzgl. des in wenigen Sekunden folgenden aromatischen Genusses machen müssen, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte. Nichtsdestotrotz, ein gezielter und kräftiger (dieses Wort sei an dieser Stelle betont) Biss, brachte den Wurm kurzum zum erliegen. Ansonsten war der Geschmack eher fad.
Diesem kulinarischen Erlebnis folgte eine Art Seeschnecke, die man zu allererst aus ihrem Haus zerren musste: hierzu bedient man sich eines einfachen Zahnstochers. Ein kleiner Stoß in die Öffnung des Hauses und ein leichtes, aber bestimmendes Ziehen, in kreisenden Bewegungen brachte den verzehrbaren Teil ans Tageslicht…lecker!
Darüberhinaus bestach Busan über diesen traumhaften Strand, der quasi menschenleer im spätsommerlichen Schein seinen ganz persönlichen Scharm versprühte.
Busan ist allemal eine Reise wert und selbstverständlich gibt es auch andere Speisen, fern jeder aus dem Meer stammenden Fauna.
1 Kommentar:
Das Video war wieder der pure Minimalismus! Das, was im Moment des romantischen Schwenks über den Strand in Deinem Rücken war, wäre sicherlich sehr aufschlußreich gewesen, was die Lokalität anging.
Das nächste Mal ein bißchen mehr! Die Daheimgebliebenen werden es Dir danken.
Deine LTK
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